Die Datenrebellinnen

Die Datenrebellinnen knacken zusammen mit ihren Helfern den Code deutscher Städte, um deren Bürger besser zu informieren.

Wäre ihre Mission eine Unix-Befehlszeile, sie hieße „sudo upgrade my city“: Fiona Krakenbürger (links) und Julia Kloiber programmieren Städte benutzerfreundlicher. Sie arbeiten für die Open Knowledge Foundation. Die hat sich das Ziel gesetzt, frei verfügbare öffentliche Daten so aufzubereiten, dass jeder sie versteht.

Unter anderem mithilfe des Programms Code for Germany: 13 Code-Labs haben sie initiiert, in Berlin und Hamburg, aber auch in Paderborn, Chemnitz und Heilbronn. Die Karte mit den Fahrradunfällen ist ein typisches Projekt: Wo sind die gefährlichsten Stellen für Radfahrer? Die Städte haben die Daten. Doch erst zwei Coder aus dem Berliner Lab nutzten die Unfalldaten der Berliner Polizei, die sie in einer Open Street Map darstellen. Rote Punkte zeigen jetzt alle Fahrradunfälle des vergangenen Jahres in Berlin-Mitte. Der Code ist frei, jeder kann ihn für seine Stadt nutzen. Für Ulm gibt es eine Übersicht der freien Kitaplätze, für Heilbronn eine App zum Vergleich der Trinkwasserqualität.

„Wir wollen die digitalen Vordenkerinnen und Vordenker vor Ort mit den Verwaltungen zusammenbringen“, sagt Kloiber. So werden die Städte als Datennetz neu lesbar. Noch teilen die Behörden ihr Wissen nur zaghaft. 2015 sollen sie endgültig überzeugt werden, mit den Stadt­ha­ckern zusammenzuarbeiten. „Wir wollen die Gesellschaft mittels Code positiv mitgestalten und zeigen, wie neue Technologien das Zusammenleben verändern können“, sagt Krakenbürger.